Volkstrauertag – Eindrücke aus Seeth und Friedrichstadt

Am Wochenende haben Mitglieder unseres Ortsvereins in Seeth und Friedrichstadt im Rahmen des Volkstrauertags der Menschen gedacht, die von Krieg, Vertreibung und Unterdrückung betroffen sind und waren.

Eindruck aus Seeth (von Perry Lange):

Am Sonntag wurde in meiner Heimatgemeinde Seeth – wie in vielen Orten in Nordfriesland und ganz Deutschland – der Toten der Kriege und der Opfer von Gewaltherrschaft gedacht. In einer würdevollen Feierstunde kamen Menschen aus der Region zusammen, um innezuhalten, zu erinnern und gemeinsam ein Zeichen des Friedens zu setzen.

Gerade hier in Nordfriesland, wo die Weite der Landschaft und die Nähe zum Meer ein Gefühl von Freiheit vermitteln, wird uns besonders bewusst, wie kostbar ein Leben in Sicherheit und Frieden ist. Die Geschichte unserer Region – geprägt von Sturmfluten, Grenzverschiebungen und dem Zusammenleben verschiedener Kulturen – erinnert uns daran, dass Frieden immer auch ein Ergebnis von Verständigung, Toleranz und Zusammenhalt ist.

Im Angesicht der sich ausbreitenden Kriege und bewaffneten Konflikte in Europa und in vielen Teilen der Welt wurde während der Gedenkstunde spürbar, wie verletzlich Frieden bleibt. Was fern erscheint, kann uns dennoch betreffen: durch Menschen, die Schutz suchen, durch wirtschaftliche Auswirkungen oder durch die Sorge um die Zukunft unserer Kinder.

Auch für Nordfriesland bedeutet dies Verantwortung. Verantwortung dafür, ein offenes und solidarisches Miteinander zu bewahren, das unsere Region seit Generationen prägt – ob auf dem Festland, den Halligen oder den Inseln. Verantwortung dafür, Haltung zu zeigen, wenn Freiheit und Menschenwürde bedroht sind. Und Verantwortung dafür, im täglichen Miteinander jene Werte zu leben, die Frieden möglich machen.

Der Volkstrauertag erinnert uns daran, welches Leid Krieg über Menschen bringt, unabhängig von Sprache, Herkunft oder Lebensweise. Er mahnt uns, die Lektionen der Vergangenheit nicht zu vergessen und die Zukunft aktiv mitzugestalten – damit Nordfriesland ein Ort bleibt, an dem Frieden nicht nur Wunsch, sondern gelebte Wirklichkeit ist.

Eindrücke aus Friedrichstadt (von Sebastian Kahlcke):

Am Sonntag wurde in Friedrichstadt im Rahmen eines Gottesdienstes in der St. Christopherus Kirche der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Friedrichstadt der Opfer von Krieg, Vertreibung und Unterdrückung gedacht. Im Anschluss legten Vertreterinnen und Vertreter Kränze am Mahnmal auf dem Stapelholmer Platz sowie am Mahnmal auf dem Friedhof in der Schleswiger Straße nieder.

Für die Stadt sprach Sonja Wulff (SSW, stellv. Bürgermeisterin), die in Vertretung für Tobias Tietgen bewegende Worte fand und den Blick auf die Verantwortung richtete, die aus den Erfahrungen von Krieg und Leid erwächst. Ihre Ansprache setzte einen ruhigen und zugleich eindringlichen Akzent, der der Bedeutung des Tages gerecht wurde.

Nach den Kranzniederlegungen lud die Stadt zu einer kleinen Mahlzeit und einem warmen Getränk in die Holländische Stube ein. Dieses gemeinsame Beisammensein bot Raum für Gespräche, Austausch und stille Reflexion über das Gehörte und die Bedeutung des Volkstrauertags im heutigen Umfeld.

Unser Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, der Feuerwehr für ihre Präsenz und der Holländischen Stube für die verlässliche und würdige Ausrichtung des anschließenden Zusammenseins. Solche Momente zeigen, wie wichtig das gemeinsame Erinnern für eine verantwortungsbewusste und engagierte Gemeinschaft bleibt.